Autismus

Sie haben den Verdacht, bei Ihnen könnte eine Austismusspektrumsstörumg vorliegen und möchten mehr Klarheit über Ihre Symptomatik gewinnen? Wir bieten die Möglichkeit einer Autismus-Diagnostik in unserer Praxis an, bestehend aus:

  • einem ausführlichen Erstgespräch, in dem sowohl die aktuelle Lebenssituation als auch mögliche Hinweise auf Autismus-Symptome im Kindesalter besprochen werden
  • einer ausführlichen Diagnostik mittels wissenschaftlich fundierter Verfahren und
  • einer abschließenden Besprechung der Ergebnisse inkl. schriftlichem Kurzbefund, mit dem Sie ggf. weiterführende Behandlungsangebote in Anspruch nehmen können.

Wichtige Hinweise:

  • Unsere Praxis führt ausschließlich Autismus-Diagnostik im Erwachsenenalter, für Selbstzahlende und Privatversicherte durch.
  • Bei Interesse kontaktieren Sie uns gerne per Mail, unter adhspraxisgemeinschaft@web.de , dann setzen wir Sie auf unsere Warteliste

Autismus bei Erwachsenen: Symptome, Test und Diagnostik

Sie vermuten bei sich eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS) und möchten Ihre Symptomatik fachlich einordnen lassen? Eine strukturierte Autismus-Diagnostik bringt Klarheit über bisherige Lebenserfahrungen, Verhaltensmuster und Ihre individuelle Reizverarbeitung.

Wichtiger Hinweis zu unserer Praxis:
Unsere Praxis wird als Privatpraxis geführt. Wir bieten die Autismus-Diagnostik ausschließlich für Erwachsene ab dem 18. Lebensjahr im Rahmen der Selbstzahlung an. Eine Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen ist in unserer Praxis nicht möglich.

Autismus bei Erwachsenen erkennen & verstehen

Die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zeigt sich im Erwachsenenalter oft anders als im Kindesalter. Viele Betroffene haben über Jahrzehnte hinweise Strategien entwickelt, um im Alltag zu funktionieren. Dies führt häufig dazu, dass die Störung erst spät im Leben in Betracht gezogen wird.

Welche Symptome können auf Autismus bei Erwachsenen hinweisen?

Bei Erwachsenen äußert sich Autismus vor allem in spezifischen Herausforderungen im sozialen Miteinander sowie in der alltäglichen Wahrnehmung. Typische Anzeichen sind unter anderem:

  • Schwierigkeiten bei sozialer Interaktion: Missverständnisse in Smalltalk-Situationen, Herausforderungen beim Deuten von Mimik, Gestik oder Tonfall sowie das Gefühl, „anders“ als das Umfeld zu sein.
  • Besonderheiten der Reizverarbeitung: Eine erhöhte Sensibilität gegenüber Geräuschen, Licht, Gerüchen oder Berührungen (Hyper- oder Hyposensibilität), was schnell zu Reizüberflutung und Erschöpfung führen kann.
  • Bedürfnis nach Vorhersehbarkeit: Ein starkes Bedürfnis nach festen Alltagsroutinen, Strukturen und Plänen. Plötzliche Änderungen lösen oft erhebliche Unruhe oder Stress aus.
  • Intensive Spezialinteressen: Das tiefe und ausdauernde Einarbeiten in spezifische Themengebiete, oft verbunden mit großem Detailwissen und hoher Konzentrationsfähigkeit in diesem Bereich.

Kann Autismus bei Frauen anders auffallen?

Ja, Autismus bei Frauen wird in der diagnostischen Praxis nach wie vor häufig übersehen oder erst sehr spät im Erwachsenenalter festgestellt. Grund dafür ist der sogenannte „weibliche Phänotyp“ von Autismus.

Frauen auf dem Autismus-Spektrum neigen stark zu Verhaltensweisen wie Masking (Bewusstes oder unbewusstes Maskieren autistischer Züge) und Camouflaging (Nachahmen von sozialem Verhalten der Mitmenschen). Durch diese kontinuierliche Anpassungsleistung wirken sie nach außen hin oft sozial angepasst, zahlen dafür jedoch im privaten Rahmen einen hohen Preis durch chronische Erschöpfung, soziale Rückzugstendenzen oder Fehldiagnosen wie Depressionen und Angststörungen.

Was bedeutet Autismus-Spektrum-Störung (ASS)?

Der Begriff „Autismus-Spektrum-Störung“ fasst in modernen Klassifikationssystemen (wie dem ICD-11) verschiedene Erscheinungsformen zusammen, die früher getrennt diagnostiziert wurden. Dazu gehören unter anderem der frühkindliche Autismus und das Asperger-Syndrom.

Der Begriff „Spektrum“ bringt zum Ausdruck, dass die Ausprägung und Intensität der Symptome von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein kann. Während einige Betroffene im Alltag kaum Unterstützung benötigen, sind andere in verschiedenen Lebensbereichen stärker eingeschränkt.

Welche Hinweise können bereits in der Kindheit bestanden haben?

Da es sich bei Autismus um eine neuroentwicklungsbezogene Besonderheit handelt, liegen die Wurzeln immer in der Kindheit. Im diagnostischen Rückblick zeigen sich häufig folgende Indikatoren:

  • Das Gefühl, schon als Kind ein „Außenseiter“ gewesen zu sein oder nur schwer Anschluss an Gleichaltrige gefunden zu haben.
  • Ungewöhnliche oder extrem ausgeprägte Hobbys und Sammelleidenschaften im Kindesalter.
  • Starke Reaktionen auf bestimmte Sinneseindrücke (z. B. Empfindlichkeit gegenüber Kleidungsetiketten oder bestimmten Mahlzeit-Texturen).
  • Große Schwierigkeiten bei Veränderungen im Tagesablauf oder im Schulalltag.

Autismus oder ADHS? Gemeinsamkeiten und Überschneidungen

Als Fachpraxis mit Schwerpunkt auf ADHS und Neurodivergenz sehen wir regelmäßig, wie eng die Verflechtungen zwischen ADHS und Autismus sein können. Eine genaue Abgrenzung ist für das persönliche Verständnis und eventuelle Folgemaßnahmen entscheidend.

Ähnliche Symptome: Wie unterscheiden sich ADHS und Autismus?

Sowohl ADHS als auch Autismus betreffen die exekutiven Funktionen des Gehirns und führen oft zu Problemen bei der Selbstregulation, Organisation und Reizverarbeitung. Die Motivation hinter den Verhaltensweisen unterscheidet sich jedoch:

  • Reizverarbeitung: Menschen mit ADHS suchen oft nach Neuem und Stimulation (Dopamin-Subtyp), während autistische Menschen Reize eher filtern und reduzieren müssen, um Überforderung zu vermeiden.
  • Routinen: Menschen mit Autismus schöpfen Sicherheit aus festen Strukturen und Abfolgen. Menschen mit ADHS fällt das Aufrechterhalten von Routinen extrem schwer, obwohl sie diese oft bräuchten.
  • Fokus: Bei ADHS schwankt die Aufmerksamkeitssteuerung stark; bei Autismus liegt der Fokus meist dauerhaft und sehr tief auf spezifischen Interessengebieten.

AuDHD: Kann man gleichzeitig Autismus und ADHS haben?

Ja, das zeitgleiche Vorliegen von Autismus und ADHS – in der Fachwelt und Fachcommunity oft als AuDHD bezeichnet – ist keineswegs selten. Schätzungen gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil autistischer Personen auch Kriterien einer ADHS erfüllt und umgekehrt.

Warum eine genaue Diagnostik wichtig ist

Wenn ADHS und Autismus gemeinsam auftreten, können sich die Symptome gegenseitig überlagern oder verstärken. Ein ADHS-Bedarf nach Abwechslung kann im Widerspruch zum autistischen Bedürfnis nach Struktur stehen. Eine differenzierte Diagnose hilft dabei, diese inneren Konflikte besser zu verstehen und gezielte Strategien für den Alltag zu entwickeln.

Autismus-Test für Erwachsene: Selbsttest vs. Diagnostik

Was ist ein Autismus-Selbsttest?

Im Internet existieren zahlreiche Selbsttests und Fragebögen (wie der AQ-Test / Autism-Spectrum Quotient oder der RAADS-R), die von Betroffenen genutzt werden, um eine erste Einschätzung einzuholen. Diese Tests erfragen typische autistische Verhaltensweisen und Denkweisen im Erwachsenenalter.

Wie aussagekräftig sind Online-Tests?

Ein Online-Selbsttest kann eine wertvolle Orientierungshilfe sein und den ersten Impuls geben, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Er stellt jedoch keine medizinische oder psychotherapeutische Diagnose dar. Ein hoher Punktwert im Selbsttest ist ein Hinweis, aber kein Beleg. Erst die fachlich angeleitete Differenzialdiagnostik schließt andere Ursachen (wie soziale Phobien, Traumata oder Persönlichkeitsstörungen) zuverlässig aus.

Welche wissenschaftlichen Testverfahren werden in der Praxis eingesetzt?

In einer professionellen Diagnostik werden wissenschaftlich validierte und standardisierte Verfahren angewendet. Dazu gehören strukturierte Interviews, Fragebögen zur Fremd- und Selbsteinschätzung sowie spezifische Module zur Erfassung von Entwicklungsgeschichte und aktuellem Verhalten.

Ablauf der Autismus-Diagnostik in unserer Praxis

Wir legen Wert auf einen transparenten, strukturierten und für Sie nachvollziehbaren Ablauf. Die Diagnostik gliedert sich bei uns in drei wesentliche Phasen:

Schritt 1: Ausführliches Erstgespräch & biografische Anamnese

Im ersten Schritt nehmen wir uns ausgiebig Zeit für Ihre aktuelle Lebenssituation. Wir besprechen Ihre derzeitigen Herausforderungen im beruflichen und privaten Alltag, Ihre Wahrnehmung und Reizverarbeitung. Ebenso beleuchten wir Ihre Entwicklungsgeschichte im Kindesalter, da frühe Hinweise für die Diagnoseerstellung essenziell sind.

Schritt 2: Testpsychologische Diagnostik

Im zweiten Schritt erfolgt die Durchführung wissenschaftlich fundierter diagnostischer Testverfahren. Hierbei kommen gezielte Fragebögen und explorative Gesprächsmodule zum Einsatz, um autistische Merkmale systematisch und objektiv zu erfassen.

Schritt 3: Befundbesprechung & schriftlicher Kurzbefund

Zum Abschluss werten wir alle Ergebnisse gemeinsam mit Ihnen in einem Auswertungsgespräch aus. Sie erhalten von uns einen schriftlichen Kurzbefund. Dieser fasst die diagnostischen Ergebnisse übersichtlich zusammen und dient Ihnen als Beleg und Grundlage, falls Sie im Anschluss weiterführende Behandlungs- oder Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen möchten.

Rahmenbedingungen: Selbstzahler & Privatpraxis

Autismus-Diagnostik als Selbstzahlerleistung

Da unsere Praxis als reine Privatpraxis geführt wird, richtet sich unser Angebot an Selbstzahlende. Eine Abrechnung der Diagnostik über die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ist in unserer Praxis nicht möglich.

Hinweise für Privatversicherte

Wenn Sie privat krankenversichert sind, hängt eine eventuelle Übernahme oder Bezuschussung der Kosten von den individuellen Vertragsbedingungen Ihrer Versicherung ab. Bitte klären Sie eine mögliche Kostenübernahme vorab eigenständig mit Ihrer privaten Krankenversicherung ab.

Transparenz zu Kosten, Ablauf und Dauer

Die genauen Kosten und Terminabläufe teilen wir Ihnen transparent vor Beginn der Diagnostik mit. So haben Sie von Anfang an volle Planungssicherheit bezüglich des zeitlichen und finanziellen Rahmens.

Wichtiger Hinweis: Keine Diagnostik für Kinder und Jugendliche

Bitte beachten Sie, dass unsere Praxis spezialisiert auf das Erwachsenenalter ist. Wir führen die Autismus-Diagnostik ausschließlich bei Personen ab dem 18. Lebensjahr durch. Diagnostische Untersuchungen für Kinder und Jugendliche bieten wir nicht an.

Häufige Fragen (FAQ zur Autismus-Diagnostik bei Erwachsenen)

Ab welchem Alter ist eine Autismus-Diagnostik in Ihrer Praxis möglich?

Eine Diagnostik in unserer Praxis ist ausschließlich für Erwachsene ab dem vollendeten 18. Lebensjahr möglich.

Reicht ein Online-Autismus-Test für eine Diagnose aus?

Nein. Ein Online-Test dient lediglich als erste persönliche Orientierung. Eine verlässliche Diagnose erfordert immer ein klinisches Diagnostikverfahren durch geschultes Fachpersonal.

Wird die Diagnostik von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt?

Nein, unsere Angebote richten sich ausschließlich an Selbstzahlende und Privatversicherte. Eine Abrechnung über die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht möglich.

Kann man gleichzeitig ADHS und Autismus (AuDHD) haben?

Ja, diese Kombination kommt häufig vor. Da unsere Praxis einen Schwerpunkt auf ADHS hat, berücksichtigen wir Überschneidungen und Komorbiditäten in der Diagnostik entsprechend.

Wie lange dauert der gesamte Diagnostikprozess?

Der Prozess umfasst das Erstgespräch, die Testphase sowie das Abschlussgespräch. Die genauen Zeitabstände hängen von der Terminabsprache und der individuellen Kapazität ab.